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Blog · Laden & Strom · 06.10.2026

Lohnt es sich, den Tesla mit Solarstrom vom eigenen Dach zu laden?

Von der Redaktion von Tesla-Rabatt-Check.de · veröffentlicht am 06.10.2026

Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, hört oft: „Dann tankst du ja umsonst.“ Das klingt gut und stimmt nicht ganz. Der Strom vom Dach kostet nichts mehr, sobald die Anlage bezahlt ist. Aber er hätte auch woanders hingehen können: ins Netz, gegen Vergütung. Was das Laden mit Solarstrom tatsächlich bringt, ist die Differenz zwischen zwei Preisen. Und die kannst du für dein Dach selbst ausrechnen.

Mythos Solarstrom im Auto kostet nichts.
Fakt Jede Kilowattstunde, die ins Auto geht, wird nicht eingespeist. Dein Vorteil ist der Strompreis, den du sparst, minus die Einspeisevergütung, die dir entgeht.

Die echte Rechnung: Einspeisung vs. Netzbezug

Rechenweg: Einspeisen oder ins Auto laden Eine Kilowattstunde Überschuss kann eingespeist werden und bringt die Vergütung V, oder sie geht ins Auto und ersetzt Netzstrom zum Preis P. Der Vorteil je Kilowattstunde ist P minus V. 1 kWh Überschuss ins Netz bringt Vergütung V ins Auto ersetzt Netzstrom P Vorteil je kWh = P − V
In Worten: Eine Kilowattstunde Solarüberschuss kann ins Netz gehen, dann bekommst du die Einspeisevergütung V. Oder sie geht ins Auto und ersetzt Strom, den du sonst zum Preis P gekauft hättest. Der Vorteil je Kilowattstunde ist P minus V.

V, die Einspeisevergütung, steht für jede Anlage fest. Sie richtet sich nach dem Tag der Inbetriebnahme und der installierten Leistung. Für neue Anlagen auf Gebäuden gelten laut Bundesnetzagentur diese Sätze:

Inbetriebnahme 01.08. bis 31.12.2026, GebäudeTeileinspeisungVolleinspeisung
bis 10 kW7,70 ct/kWh12,22 ct/kWh
bis 40 kW6,66 ct/kWh10,24 ct/kWh
bis 100 kW5,44 ct/kWh10,24 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und -Fördersätze, Sätze für Inbetriebnahme ab 01.08.2026, abgerufen am 06.10.2026. Die Sätze beruhen auf dem EEG 2023, das bis zum 31.12.2026 anwendbar ist; eine Nachfolgeregelung ist laut Bundesnetzagentur in der parlamentarischen Beratung.

Ältere Anlagen haben ihren eigenen Satz aus dem Jahr der Inbetriebnahme. Deiner steht in der Abrechnung deines Netzbetreibers. Überschussladen setzt Teileinspeisung voraus, also Eigenverbrauch mit Einspeisung des Rests. Bei einer Anlage in Volleinspeisung geht der ganze Strom ins Netz; ob und wie du wechseln kannst, klärst du vorher mit dem Netzbetreiber.

P, dein Netzstrompreis, ist der Arbeitspreis aus deinem Stromvertrag, den du sonst für die Ladung bezahlt hättest. Hast du einen dynamischen Tarif oder ein Modul nach § 14a EnWG, ist P nicht konstant; dann setzt du den Preis zu den Zeiten an, in denen du sonst laden würdest. Wie das zusammenhängt, steht im Beitrag zu Netzentgelt nach § 14a und dynamischem Tarif.

Eine Rechnung mit Beispielwerten, keine Tarifpreise: Ist P bei dir 30 ct/kWh und V wie bei einer neuen kleinen Anlage 7,70 ct, bleiben 22,30 ct je Kilowattstunde, die ins Auto statt ins Netz geht. Bei einer Anlage, die vor vielen Jahren mit hoher Vergütung ans Netz ging, kann die Differenz klein werden oder sogar umgekehrt ausfallen.

Und die Ladeverluste? Ein Teil der Energie geht beim Laden als Wärme verloren, egal ob der Strom vom Dach oder aus dem Netz kommt. Für den Vergleich zählst du deshalb die Kilowattstunden, die durch die Wallbox fließen, nicht die, die im Akku ankommen. Dann stimmt die Rechnung auf beiden Seiten.

Was Überschussladen technisch braucht

Normales Laden zieht so viel Leistung, wie Wallbox und Auto erlauben, egal ob gerade die Sonne scheint. Überschussladen passt die Ladeleistung laufend an das an, was die Anlage gerade übrig hat. Dafür braucht es:

  • Eine Messung am Hausanschluss, die erkennt, ob gerade Strom ins Netz fließt oder bezogen wird.
  • Eine Steuerung, entweder in der Wallbox eingebaut oder als Energiemanagementsystem. Manche Systeme regeln über die Wallbox, andere über eine Verbindung zum Fahrzeug. Welche Variante deins nutzt, steht in dessen Anleitung.
  • Eine regelbare Wallbox. Neue private Wallboxen mit mehr als 4,2 kW müssen seit 01.01.2024 ohnehin steuerbar sein, damit der Netzbetreiber sie bei Überlast auf mindestens 4,2 kW drosseln kann (§ 14a EnWG).

Einphasig, dreiphasig, Mindeststrom

Eine Wallbox lädt meist auf drei Phasen. Das ist schnell, verlangt aber auch eine gewisse Mindestleistung, bevor das Laden überhaupt startet. Laden kann man nicht beliebig langsam: Unterhalb eines Mindestladestroms bricht das Auto ab oder startet gar nicht. Bei kleinem Überschuss, etwa morgens oder bei Wolken, reicht es dreiphasig oft nicht. Eine Phasenumschaltung schaltet dann auf eine Phase um; damit startet das Laden schon bei deutlich weniger Überschuss. Ohne Umschaltung hast du zwei schlechte Möglichkeiten: Die Steuerung pausiert, oder sie ergänzt aus dem Netz. Dann lädst du teilweise zum Preis P, ohne es zu merken. Wo genau die Untergrenze bei deiner Kombination aus Wallbox und Auto liegt, steht in den technischen Daten der Wallbox; eine allgemeingültige Zahl nennen wir nicht.

Winter und Pendler: die Grenzen

Überschussladen funktioniert nur, wenn Auto und Sonne gleichzeitig zu Hause sind. Wer werktags tagsüber pendelt, lädt per Überschuss vor allem am Wochenende. Im Winter liefert die Anlage weniger, und der Haushalt verbraucht den knappen Strom oft selbst. Ein Heimspeicher konkurriert zudem mit dem Auto um denselben Überschuss. Das ist kein Argument gegen Überschussladen, aber gegen die Vorstellung, das Auto fahre das ganze Jahr mit Sonne.

Für die Schätzung hilft es, das Jahr zu teilen: Sommermonate mit viel Überschuss, Übergangszeit mit etwas, Wintermonate mit wenig oder keinem. Das Monitoring deiner Anlage zeigt dir aus dem Vorjahr, wie viel in welchem Monat eingespeist wurde. Mehr als das, was du bisher eingespeist hast, kann das Auto auch nicht per Überschuss bekommen.

So rechnest du es für dein Dach

  1. V nachsehen: deine Einspeisevergütung aus der Abrechnung des Netzbetreibers.
  2. P nachsehen: deinen Arbeitspreis aus dem Stromvertrag.
  3. Menge schätzen: Wie viele Kilowattstunden kann das Auto realistisch per Überschuss laden? Die Ladehistorie in der Tesla-App und das Monitoring der Anlage helfen.
  4. Rechnen: Menge × (P − V) ist dein Vorteil pro Jahr.
  5. Dagegenstellen: die Mehrkosten für Steuerung, Zähler oder eine bessere Wallbox. Steht der Vorteil in keinem guten Verhältnis dazu, lohnt sich die Technik für dich nicht.

Wie Solarstrom im Vergleich zu Netzstrom und Supercharger abschneidet, zeigt unser Beitrag zu den Ladekosten zu Hause und unterwegs. Alle Sparwege mit Quellen stehen in der Übersicht. Steuerliche Fragen rund um die PV-Anlage klärst du mit deinem Steuerberater.