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Nachricht · Haushalt & Politik · Ereignis: 28.09.2026

Profitieren chinesische Hersteller von der Förderung?

Von der Redaktion von Tesla-Rabatt-Check.de · veröffentlicht am 06.10.2026 · Quellen: Deutscher Bundestag (hib), 28.09.2026 · heise online, 29.09.2026

Fließt das deutsche Fördergeld an chinesische Autobauer? Nein, sagt die Bundesregierung. In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drucksache 21/8079) verweist sie auf die BAFA-Zahlen vom 01.09.2026. Das meldete der Bundestag-Pressedienst hib am 28.09.2026.

Was die Regierung sagt

  • Von 52.473 Bewilligungen entfallen 47.986 (91 %) auf reine Batterie-Autos.
  • Diese seien zu 87 % von Unternehmen mit Sitz außerhalb Chinas hergestellt worden.
  • Die meisten Bewilligungen gingen an den Volkswagen-Konzern (11.680), an BYD 2.831.
  • Unter den 20 meistzugelassenen E-Autos des ersten Halbjahrs 2026 war laut KBA kein Modell eines chinesischen Herstellers.

Laut heise online, 29.09.2026 betont die Regierung zudem, dass Tageszulassungen aus anderen EU-Staaten ausgeschlossen sind; das werde per Abgleich mit dem Zentralen Fahrzeugregister des KBA geprüft. Hinweise auf Betrug lägen dem BAFA nicht vor.

Was „87 %“ misst – und was nicht

Die Zahl fragt nach dem Sitz des Herstellers, nicht nach dem Werk. Das ist ein Unterschied. Eine Auswertung von electrive.net zu den Augustzahlen hatte nach Produktionsland gezählt und kam auf 6.622 geförderte Autos aus China, bei damals 26.875 Bewilligungen. Auch westliche Hersteller bauen dort. Beide Aussagen können also gleichzeitig stimmen: wenige chinesische Marken, aber viele Autos aus chinesischen Werken.

Eine Überschlagsrechnung, unsere eigene: 13 % von 47.986 Batterie-Autos sind rund 6.240 Autos von Herstellern mit Sitz in China.

Marke im BAFA-Bericht (01.09.2026)Konzern laut BAFABewilligungen
BYDBYD Company2.831
MGSAIC Motor777
XpengXPeng Inc.389
LeapmotorStellantis / Leapmotor (Joint Venture)2.936
VolvoGeely Holding499

Quelle: BAFA-Zwischenbericht, Stand 01.09.2026 (PDF), Markenliste Top 25. Die Werte enthalten auch Plug-in-Hybride.

Die Tabelle zeigt, warum die Antwort von der Zählweise abhängt. BYD, MG und Xpeng kommen zusammen auf 3.997. Ob Leapmotor als chinesisch oder als Stellantis-Marke zählt, und Volvo als schwedisch oder als Teil von Geely, ändert das Ergebnis um Tausende. Welche Abgrenzung die Regierung genau verwendet, steht in der hib-Meldung nicht.

Was das für Tesla-Käufer heißt

Nach Firmensitz zählt jeder Tesla zum US-Konzern Tesla, Inc. – unabhängig vom Werk, in dem er gebaut wurde. Wo welches Modell entsteht, steht weder im BAFA-Bericht noch in der Regierungsantwort, und wir prüfen es hier nicht. Für die Förderung spielt es heute keine Rolle: Eine Herkunftsregel gibt es nicht. Gefördert wird jedes Neufahrzeug, das die Bedingungen erfüllt und erstmals in Deutschland zugelassen wird.

Eine Regel aus der Antwort betrifft dich aber direkt: Ein Auto, das schon im EU-Ausland eine Tageszulassung hatte, ist nicht förderfähig, egal welche Marke. Ein günstig importierter Tesla mit Vorzulassung bringt also keine Förderung. In der Konzernliste liegt Tesla übrigens mit 8.141 Bewilligungen auf Platz 2 hinter Volkswagen; das sind nach unserer Rechnung 15,5 % aller Bewilligungen, VW kommt auf 22,3 %.

Der Hintergrund der Anfrage

Die AfD-Fraktion hatte mit der Kleinen Anfrage 21/7768 gefragt, ob die Förderung chinesischen Herstellern Wettbewerbsvorteile verschafft. Die Regierung verneint das und ergänzt laut heise: Der Marktanteil chinesischer Hersteller liege in Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt. Auch geförderte Plug-in-Hybride aus China spielten nur eine kleine Rolle; einen Zusammenhang zwischen steigenden Zulassungen chinesischer Plug-in-Hybride und der Förderung sehe sie nicht. Das Geld gehe ausschließlich an private Haushalte in Deutschland; welches förderfähige Modell sie wählen, sei ihre Entscheidung.

Was sich ändern könnte

Laut heise stimmt sich die Bundesregierung noch über eine Kopplung an europäische Wertschöpfung ab, sogenannten „Local Content“. Ein Beschluss dazu liegt nicht vor. Käme er, könnte er Modelle aus Werken außerhalb Europas treffen. Bis dahin gilt die Richtlinie unverändert. Ob und wann eine solche Regel kommt, verfolgen wir und ergänzen die Förderseite, sobald es eine Entscheidung gibt.

Weiterlesen in der Reihe

Die Zahlen hinter der Antwort stehen in der September-Statistik, die neuesten im Zwischenbericht Oktober. Die Bedingungen der Förderung erklärt die Seite Förderung 2026.